MAX BARRY

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So meine Lieben, heute gibt es mal ein wenig Literatürchen, um die rotierenden Modesynapsen und Geschmacksnerven ein wenig zu schonen. Ich möchte euch – mit viel Nachdruck – den Schriftsteller Max Barry ans Herz legen. Bereits drei Bücher habe ich von ihm in letzter Zeit regelrecht verschlungen. Ein weiteres gibt es noch und das wird sich auch demnächst einverleibt.

Max Barry schafft es wie kein zweiter, uns unsere Gesellschaft und Zukunftsvisionen vor Augen zu führen, sie gleichzeitig zu kritisieren und ihnen Verständnis abzuverlangen. So eingänglich geschrieben, dass man diese Bücher verschlingen muss. Und so humorvoll, dass man in den öffentlichen Verkehrsmitteln beim Lesen einen Lachkrampf nach dem anderen unterdrückt. Jaja, der Barry mit seiner Satire hat es mir angetan. Und ich stelle euch die drei literarischen Knaller nun vor:

Fukk: Willkommen in der Welt des Marketing. Werbebranchen Obacht. Durch dieses Buch weiss man, wie der Hase läuft und wo der Frosch die Locken hat. Scat hat eine Bahnbrechende Idee: ein colaartiges Erfrischungsgetränk mit dem Namen Fukk. Doch dummerweise lässt sich Scat diese Idee klauen und ist nun bemüht, sich in der Werbewelt zu beweisen und es so seinem Widersacher heimzuzahlen. Dabei benimmt sich Scat recht ungeschickt und wird so zum (Anti-)Helden des Buches. Das Buch wurde bereits verfilmt – mit keiner anderen als der neuen Schnalle von unserm lieblings (Johnny) Depp: Amber Heard.

Logoland: Das (irgendwie) beste Buch von Barry. Eine so fantastisch kreierte Welt, dass selbst George Orwell sich umschauen würde. Ein neuer Turnschuh soll eingeführt werden. Der Werbecoup: es sollen zehn Leute, die diesen Turnschuh erwerben, getötet werden. Ganz nach dem Motto: für diesen Schuh würde man töten. Doch der Mordauftrag gerät in immer andere Hände. Kein Wunder, wenn selbst die Polizei mittlerweile zu einem Unternehmen geworden ist, in dem man Dienstleistungen – wie Auftragsmord – kaufen kann. In einer Welt, die von Konzernen regiert wird, die sich mitten im Krieg befinden, ist es schwer, Ordnung reinzubringen. Einen Tipp kann ich geben: Jennifer Government arbeitet daran. Wahnsinnsbuch. Und die Filmrechte an diesem Buch hat sich übrigens kein anderer als unser liebster Schweinefreund George Clooney gesichert.

Maschinenmann: Das neuste Werk von Barry zielt auf unsere heutige Sucht nach Perfektion ab. Bei einem Arbeitsunfall verliert Ingenieur Charlie Neumann ein Bein. Das ist blöde. Noch blöder für Charlie ist allerdings, dass er nach der Entwicklung einer hochmodernen „Prothese“ (eher eine Maschine) noch ein richtiges Bein hat, das mit dem neuen High-Tech-Modell nicht mithalten kann. So muss das zweite Bein auch noch dran glauben. Gehyped für seine Aufopferung im Namen der Wissenschaft, kriegt der Professor jegliche Unterstützung für seine Forschung. Schnell sind bessere Maschinen als Körperteile entwickelt und die Frage stellt sich, wie weit würde man gehen. Wie weit Charlie Neumann geht, das kann man ja lesen. Und das lohnt sich auch.

Also: Auf, auf ab zum Bücherkauf!

xxbina