BLUE JASMINE – KINOTIPP

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Alter Schwede, wenn man vor diesem Film nicht schon depressiv war, dann ist man es spätestens danach. Aber nicht weil der neue Woody Allen Film schlecht wäre. Nein, ganz im Gegenteil. Die Leistung von Hauptdarstellerin Cate Blanchett ist so gut und überzeugend, dass man ihr die frustrierte High-Society-Diva komplett abnimmt und ihren Abstieg mit Sensationsgier verfolgt.

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Jasmine landet im Chanel-Kostümchen vor der Haustür ihrer Adoptivschwester. In einer ziemlich abgewrackten Gegend San Franciscos. Nichts hat Jasmine mehr. Keine Ehe, keine Freunde, kein Geld und auch ihr Nervenkostüm ist mehr als am Ende. In Form von Rückblenden klärt Allen die Zuschauer nach und nach auf, wie es zu Jasmines Fall von einer Diva der New Yorker Schickeria zu einer Frau, die irgendwie versucht, auf den pedikürten Füßchen zu landen, kommt. Ihre Schwester ist hier kein wirklicher Halt. Ginger arbeitet im Supermarkt und hat einen Hang zu Verlierertypen. Die beiden ungleichen Damen teilen sich nur das Dach. Jasmine fühlt sich zu Höherem berufen und möchte eigentlich nochmal studieren. Online. Blöd nur, dass sie nicht mit dem Computer umgehen kann. Deswegen muss sie ihren Unterhalt vorerst als Zahnarzthelferin verdienen. Wie soll sich eine Frau, die nur Ahnung von Luxustempeln und Dinnerpartys hat, wieder in die Gesellschaft eingliedern? Dass sie permanent einen Drink in der Hand hat und Tabletten wie Bonbons schluckt, wird ihr jedenfalls keine Hilfe sein. Dann kommt ein Hoffnungsschimmer in Form eines reichen Mannes daher. Nur Jasmines Vergangenheit kommt immer mehr ans Tageslicht…

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Cate Blanchett glänzt in ihrer Rolle dermaßen. Auf der einen Seite sieht man diese wunderschöne, fast aristokratische Frau, in den teuersten Klamotten, in irgendeinem monströsen Haus in den Hamptons sitzen. Und dann gibt es das nervliche Wrack, das Tabletten und Alkohol permanent konsumiert und Selbstgespräche führt. Es ist dermaßen faszinierend und abschreckend zugleich, den Fall von Jasmine zu beobachten.Blue Jasmine ist ein Spiegel auf unsere Gesellschaft und zeigt den Snobismus und die Skrupellosigkeit der High Society. Und dann sind da ja noch die Klamotten von der guten Jasmine. Und die sind eine wahre Reise durch das Who-is-who der großen Designer.

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Diesen Film sollte man unbedingt gesehen haben. Aber danach noch Zeit für einen Drink einplanen. Gin mit Zitronenscheibe – Jasmine hätte es auch so gemacht.

xxbina

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