BLACK SEA CIRCLE 2013 – TEIL 04

Die Laune ist mittlerweile etwas angespannt, aber wir finden doch relativ zügig unser Hostel an der Galata-Brücke in Istanbul und fallen völlig fertig ins Bett. Nach einem kleinen Frühstück im Hostel erkunden wir am nächsten morgen Istanbul.

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Die Blaue Moschee, der große Bazaar, der Gewürzbazaar, einmal Friseur, ein bisschen shoppen hier, ein bisschen shoppen da und natürlich etwas essen. Den Hamam-Besuch müssen wir leider ausfallen lassen, denn wir haben natürlich auch noch eine Aufgabe zu erledigen und verabredet sind wir auch noch.
Wir müssen eine bestimmte Rooftop Bar in Istanbul finden und den Sonnenuntergang über dem Bosporus fotografieren. Ihr glaubt gar nicht, wie schwierig soetwas in einer Stadt wie Istanbul sein kann. Niemand kennt die Strasse, keine Bar ist beschriftet und man muss durch normale Wohnhäuser laufen, um zu schauen, ob oben vielleicht eine Bar ist. Aber: wir haben sie letztendlich gefunden!

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Wir verbinden unsere Aufgabe gleich mit dem Nützlichen und treffen uns in der Bar mit dem anderen Team. Nach und nach kommen noch zwei weitere Teams dazu. Eigentlich wollen wir noch heute Nacht aus Istanbul raus, da Ramadan zu Ende ist und alle aus der Stadt fahren, um ihre Familien auf dem Land zu besuchen. Doch wo wir schon mal da sind…und wir wissen ja auch nicht, wann wir nochmal die anderen Teams treffen. Also feiern wir erstmal ein bisschen. Aus dem bisschen wurden 600€ für alkoholische Getränke, kein Platz zum Schlafen (das Hostel ist nun voll und in Istanbul campen..hmm, schwierig), menschliche Verluste bei unserem befreundeten Team und das Beste: Roadbook verloren!!! Plus natürlich einen unfassbaren Kater am nächsten Morgen. Letztendlich finden wir doch noch am Straßenrand einen platz zum Schlafen, mitten in Istanbul. Oh man! Die anderen Teams haben sich dann auch im Laufe des nächsten Tages wieder gefunden. Also alles gut, bis auf der Verlust des Roadbooks natürlich… grrr. Und natürlich wieder einen Tag verloren… aber eine Menge Spass gehabt.
Der Ausblick aus unserem Dachzelt ist, selbst mit einem Kater von einem anderen Stern, wunderschön. Trotz Schmerzen machen wir uns früh auf den Weg. Wir lassen den Bosporus hinter uns und sind nun endlich in Asien. Ab zum Meer!

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Zur Mittagszeit sind wir in Ereğli am Schwarzen Meer. Wir genießen den Blick aufs Wasser und die tolle Promenade. Die türkische Schwarzmeerküste muß sich hinter europäischen Küsten nicht verstecken, ganz im Gegenteil. Vorallem haben hier die Türken die Küsten nicht zugebaut. Nach dem Mittagessen fahren wir noch ein weiteres Stück an der Küste entlang, um dann wieder ins Landesinnere abzubiegen – Richtung Safranbolu. Wir schaffen es bis Kadiköy, schlagen unser Nachtlager in einem Flussbett auf und nutzen endlich mal unseren Grill.
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Selbst hier, im absoluten Nichts, treffen wir jemanden aus Deutschland. Einen Deutsch-Türken aus Dortmund, der zum Ramadan immer seine Familie besucht und hier angeln geht. Wahnsinn! Er lädt uns gleich zu sich nach Hause ein. Da wir aber gerade unser Lager aufgebaut haben, lehnen wir dankend ab. Die Gastfreundschaft der Türken ist wirklich unübertrefflich, wie wir auf der weiteren Reise immer wieder feststellen werden. Umso weiter man sich von Istanbul entfernt, umso netter werden die Menschen und umso besser sprechen sie deutsch. Kein Scherz. Leider wird auch das Benzin immer schlechter, aber dazu später mehr. Nach einer erholsamen Nacht fahren wir früh los, um in Safranbolu zu frühstücken und uns die tolle Stadt anzuschauen.

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Safranbolu (früher Dadibra, Zalifra) ist eine Kleinstadt im nördlichen, zentralen Anatolien in der Türkei und Hauptort eines Landkreises in der Provinz Karabük. Wegen ihres von Fachwerkhäusern bestimmten Stadtbildes steht sie seit 1994 in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Eine Delikatesse Safranbolus ist „Lokum“, eine auf Sirup basierende Süßigkeit. Unbedingt probieren!
Heute wird wieder ein langer Tag im Auto (ca.700km). Nach der Stadtbesichtung geht es durchs hintere Küstenland Richtung Samsun wieder an die Küste, denn morgen möchten wir in den Altındere Millî Parkı und uns das Kloster Sumela ansehen.
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Die Landschaft verändert sich langsam und leider auch das Fahrverhalten unseres Autos. Was ist nur los? Wir suchen die erste Werkstatt unserer Reise auf, leider wissen wir noch nicht, das noch viele andere folgen werden.
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Uns wird wunderbar geholfen. Es gibt Tee ohne Ende, die ganze Familie ist da, wir werden zum Essen eingeladen. Der Tankstellenbesitzer erklärt uns, dass unsere Probleme ganz normal seien, da das Benzin in der Türkei so schlecht sei und wir nur hier und da mal den Benzinschlauch durchpusten müssen…und das bei 2,50 € pro Liter. Oh Gott! Wir müssen wieder Fotos machen und dann dürfen wir nicht mal bezahlen, das ist wirklich unglaublich. Das Auto fährt wieder und wir beeilen uns, zum Meer zu kommen. Mitten in der Nacht kommen wir in der Nähe von Ünye an und suchen uns einen Campingplatz.
Gut dass wir hier im Dunkeln angekommen sind! Hilfe! Bilder von diesem Campingplatz möchte ich euch ersparen. Im Prinzip könnte es hier sehr schön sein – der Platz liegt direkt am Meer, es gibt einen schönen Strand, aber auch tonnenweise Müll und Dreck. Es hat alles was von Flüchtlingslager mit ein bisschen indischem Slum…aber es ist günstig. Trotz allem hätte ich mich über eine Dusche mit Tür gefreut. Mit warmen Wasser natürlich. Wir stehen schnell auf, sparen uns das Baden und Duschen und fahren schnell Richtung Altındere Millî Parkı und Sumela weiter. Unsere Fahrt geht über die Bolaman Yolu, eine großartige Küstenstrasse. Alles sieht ein wenig wie in Italien oder Frankreich aus und anscheinend sind wir wieder mal die Einzigen, die diese Straße benutzen.

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Wir frühstücken am Strand und erreichen am frühen Vormittag den Nationalpark Altındere Millî Parkı. Wir sind von den Bergen, Schluchten und Gebirgsbächen begeistert. Wir haben uns die Türkei nicht so grün vorgestellt. Leider dürfen wir in dem Park nicht campen. Schade, aber wir wollen ja eh erst mal das Kloster Sumela besichtigen. Es lässt sich einfach finden und wir hoffen, dass unser altes Auto diese Steigung schafft. Meine Güte ist das hoch! Wir wussten, dass es hoch liegt und in die Felsen gemauert ist, aber so? Naja, wir parken auf dem leider völlig überfüllten Parkplatz und suchen den Aufstiegspfad. Es ist immer wieder unglaublich, wie viele Menschen plötzlich an bestimmten Orten auftauchen. Die meiste Zeit sind wir ziemlich alleine und plötzlich scheinen alle Türken an einem Ort versammelt zu sein. Aber wir dürfen ja auch nicht vergessen: es sind Ferien und ausserdem Feiertag, also alles eigentlich wie bei uns.
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Wir sind immer noch auf der Suche nach dem richtigen Weg, leider versteht uns mal wieder niemand und wegweiser auf Englisch gibt es auch nicht…hm…aber dann geht es los ein kleiner Trampelpfad mit Holzgeländer, noch ist es steil, aber zu bewältigen. Nach einer Viertelstunde fragen wir uns, ob das noch der richtige Weg ist. Wir versuchen erneut jemanden zu fragen. Ich bin schweißgebadet und die Füße tun weh. Da sagt doch glatt jemand, der uns entgegenkommt: Also, eine gute dreiviertel Stunde müsst ihr noch. Was??? Das kann doch wohl nicht war sein? Hilfe! wir denken nur: Hoffentlich lohnt sich das. Bitte, bitte…

Nächsten Sonntag geht es weiter.

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