BLACK SEA CIRCLE 2013 – TEIL 05

Black Sea Circle 93-94Ja, es lohnt sich! Sogar sehr!!!
Das Sumela-Kloster ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus byzantinischer Zeit in der Nordosttürkei in Maçka (Provinz Trabzon). Der Name stammt vom griechischen melas (schwarz), nach dem griechischen Namen des Berges, auf dem das Kloster steht.

Black Sea Circle 95-100
…doch nun denken wir nur daran, dass wir den ganzen Weg wieder zurück müssen. Aber nein! Nachdem ein freundlicher Deutsch-Türke unsere Verzweifelung mitbekommen hat, fragte er uns: Wieso seid ihr denn so fertig? Da vorne an der anderen Seite, 300m von hier, fährt doch ein Minibus zum Parkplatz? …Ich bin sprachlos…
Wir nehmen den Bus und können es immer noch nicht fassen. Wie kann man nur so blöd sein?!
Unten angekommen verlassen wir nun den Nationalpark und machen uns auf den Weg nach Bayburt an der Seidenstraße. Kurz hinter der Stadt suchen wir uns in einem Garten von einer Moschee einen Schlafplatz. Auch hier treffen wir nur auf unglaublich freundliche Menschen, die natürlich wieder deutsch sprechen. Der Imam hat lange Zeit in Köln gewohnt und freut sich, Deutsche zu treffen. Wir werden zum Essen eingeladen und dürfen die Waschräume der Moschee benutzen. Es ist wirklich erstaunlich, umso weiter wir uns von Istanbul entfernen, umso netter werden die Menschen. Wir nehmen noch ein paar Obstgeschenke an und danach fallen wir müde ins Bett und werden des Öfteren von dem Gebetsruf geweckt.

Foto101_1
Die Nacht war kurz und nach dem ersten Morgengebet machen wir uns auf den Weg Richtung Kop Daği Geçidi. 2409 m. Die Landschaft wechselt alle 50km und ist atemberaubend schön. Es wird langsam etwas angenehmer, was die Wärme angeht und wir kommen dem Ararat immer näher.

Black Sea Circle 102-104
Wir sind fast auf dem Pass und trauen unseren Augen kaum! Wir werden mitten im Nichts rasant überholt…ein weiteres Rallye-Team, das auch auf dem Weg Richtung Iran ist.
Black Sea Circle 105-107

Wir unterhalten uns ein wenig, tauschen die neusten Gerüchte aus: Wer ist noch dabei? Wie geht es den anderen Autos? Auf jeden Fall erfahren wir, dass die anderen Wetten abschließen, wie weit wir es denn schaffen würden. Ha! Ok, unser Auto macht uns immer mehr Probleme, bzw. das Benzin, aber es gibt einige, bei denen läuft es wesentlich schlechter. Danach trennen sich unsere Wege wieder und wir fahren weiter Richtung Doğubeyazıt. Doch das schaffen wir erst mal nicht…ahhhh!!!
Black Sea Circle 108-110

Wir bleiben mitten in Erzurum liegen, mitten auf der Hauptstrasse!!! Der Benzinschlauch ist komplett verstopft und nichts geht mehr. Es ist Wochenende und Feiertag, keine Werkstatt weit und breit, aber eine Menge, eine ganz große Menge von Menschen, die alle wissen, wo das Problem ist. Mein Freund saugt mal wieder das Benzin an und nach einer Weile funktioniert es wieder. Ich glaube, wenn er das noch ein paar Mal machen muss, wird er sich übergeben…leider ist deshalb seine Laune nicht mehr allzu super.
Wir sind mal wieder in Zeitverzug und müssen uns beeilen, wir merken, dass wir es nicht mehr schaffen, in den Iran zu fahren und sind ein wenig traurig, doch die Landschaft auf dem Weg nach Doğubeyazıt entschädigt uns.
Black Sea Circle 111-117

Wir nähern uns langsam dem Höhepunkt unserer Reise…dem Ararat/Büyük Ağrı Dağı 5137 m hoch. Immerhin soll hier die Arche Noah die Sintflut überstanden haben, da kann man sich schon mal freuen.
Black Sea Circle 118-121

Zum Glück haben wir das noch im Hellen geschafft. Wir erreichen im Halbdunkeln die Grenzstadt Doğubeyazıt.
Eine komische Atmosphäre liegt in der Luft, viel Militär und Polizei, nirgendwo darf man fotografieren und kaum Frauen auf der Straße. Wir hatten schon die ersten Flüchtlingstransporte kurz vor der Stadt gesehen, aber auch eher verdrängt. Hier in der Stadt sehen wir keine Flüchtlinge, aber wir merken schon, dass es hier anders ist. Zum Glück entdecken wir einen richtigen Supermarkt und kaufen für unser Abendessen ein. Wir wollen die Stadt relativ schnell verlassen und am Stadtrand auf einem Campingplatz übernachten. Uns wurde dringend davon abgeraten in der Wildnis zu schlafen. Der Campingplatz ist mal wieder das Grauen, aber immerhin sicher und  wir können es kaum glauben, er gehört einem homosexuellen Pärchen aus den Niederlanden. Wir glauben langsam, dass die Niederländer ein Monopol auf Campingplätze haben.
Auf dem Campingplatz lernen wir unglaublich schräge Vögel kennen, zum Ersten zwei Studenten aus Süddeutschland, die mit ihren Crossmaschinen seit drei Monaten unterwegs sind und auch schon im Iran, Irak und Aserbaidschan waren und zum Zweiten jemanden aus Winsen, der seit zwei Jahren unterwegs ist und eigentlich überall war.
Black Sea Circle 122-126

Irgendwie muss ich feststellen, dass wirklich alle Campingplätze hier wie Flüchtlingslager aussehen, sehr komisch. Nach einer kalten Nacht verabschieden wir uns noch kurz von unseren Motoradfahrern und fahren hinauf zum Ishak-Pascha-Palast…

Nächsten Sonntag geht es weiter.

Follow my blog with Bloglovin