INSIDE LLEWYN DAVIS // KINOTIPP

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Am Dienstag habe ich in den wunderschönen Zeisehallen den neuen Film von den Coen Brüdern gesehen – Inside Llewyn Davis. Und da ich nach dem Film nicht wusste, wie ich mich eigentlich fühlen soll und wie ich diesen Film finde, habe ich mich eben nochmals im Netz schlau gemacht und werde nun denjenigen die nötigen Hintergrundinformationen geben, die diesen Film noch sehen wollen oder die ihn bereits gesehen haben und sich danach auch leicht irritiert gefühlt haben.

Die Coen Brüder haben gehört, dass der Folksänger Dave Van Ronk damals im Greenwich Village zusammengeschlagen wurde. Sie fragten sich, wie es denn dazu kommen konnte, dass jemand einen Folksänger verprügelt und diese Frage bildete den Ausgangspunkt für den Film Inside Llewyn Davis. Die Handlung findet im Film ebenfalls im Greenwich Village der 60er Jahre statt, das damals das Zentrum der Folkmusikszene in New York war. Auch das Gaslight Café, in dem Llewyn Davis mehrere Auftritte hat, gab es damals wirklich. Die Coen Brüder zeigen mit diesem Film nicht die Geschichte einer Folklegende, sondern eines Folkmusikers, der kurz vor Bob Dylans Durchbruch aufgetreten ist – der Pop-Revolution.

Der Film beginnt mit einer scheinbar zusammenhanglosen Szene. Llewyn ist gerade im Gaslight Café aufgetreten, als er von einem angeblichen Freund vor die Tür gebeten wird. Der unbekannte Mann verprügelt ihn.

Das Leben von Llewyn Davis ist recht trostlos. Er hat gerade sein Soloalbum Inside Llewyn Davis aufgenommen, doch die Tantiemen bleiben aus und so muss er bei Bekannten und Freunden, die ihm mehr oder weniger wohl gesonnen sind, auf der Gästecouch schlafen. Als er sich bei einem älteren Ehepaar aus dem Apartment begibt, schlüpft deren Kater durch die Tür. Llewyn fängt ihn wieder ein, kann ihn jedoch nicht in die Wohnung mitnehmen, und nimmt ihn dann zu anderen Freunden – dem Musikerpärchen Jean (Carey Mulligan) und Jim (Justin Timberlake) mit. Jean ist jedoch gar nicht gut auf Llewyn zu sprechen. Sie ist schwanger und weiss nicht, ob Llewyn oder Jim der Vater ist. Er will für sie die Abtreibung bezahlen und während eines Gesprächs mit dem Arzt kommt raus, dass Llewyn bereits seit zwei Jahren Vater des Kindes seiner Ex-Freundin ist, die eigentlich auch bei diesem Arzt abtreiben lassen wollte.

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Die Katze von Llewyns Freunden ist zwischenzeitig wieder entwischt, doch Llewyn konnte sie wieder einfangen und nimmt sie nun auf eine Reise nach Chicago mit, wo er den Produzenten Bud Grossman treffen will und sich von ihm Hilfe für seine Karriere erhofft. Er fährt bei dem schwer übergewichtigen Jazzmusiker Roland Turner (John Goodman) und dem immer rauchenden Johnny Five mit. Turner setzt sich bei den Stops auf den Tankstellentoiletten einen Schuss und beleidigt Llewyn permanent. In Chicago angekommen darf Llewyn tatsächlich vor Grossman vorspielen. Eine emotionale Szene und Grossmans Antwort ist nur ein schlichtes „Ich sehe hier nicht viel Geld fliessen“. Er bietet ihm aber an, in einem Trio mitzuspielen. Dieses Trio ist eine Anspielung auf Peter, Paul and Mary. Llewyn lehnt ab, er hatte bereits einen Partner, der sich vor kurzem von der George Washiongton Brücke gestürzt hat.

Zurück in New York will Llewyn seinen Traum von der Musik aufgeben und bei der Marine anheuern. Hier lässt er fast sein ganzes Geld, merkt dann jedoch, dass die nötigen Unterlagen weggeschmissen wurden und somit scheitert auch dieses Unterfangen. Schlecht gelaunt betrinkt er sich im Gaslight Café und beschimpft eine ältere Frau, die auf der Bühne gerade ihren Auftritt hat.

In der letzten Szene hat Llewyn selbst wieder einen Auftritt. Es wirkt, als hätte er sich gefangen. Er spielt vor dem Publikum und der Zuschauer ist nun wieder bei der Anfangsszene. Llewyn wird von einem angeblichen Freund vor die Tür gebeten und verprügelt. Es ist der Mann von der Frau, die Llewyn im Gaslight beschimpft hatte. Dadurch verpasst Llewyn den Auftritt von Bob Dylan, der gerade sein Set mit dem Lied Farewell beginnt.

Für mich war es eigentlich essenziell die ganzen Hintergründe zu erfahren, um die Geschichte um Llewyn Davis vollends zu begreifen. Natürlich entging einem ohne dieses Wissen nicht der herrlich subtile Humor der Coen Brüder und die Stimmigkeit des gesamten Looks. Die Besetzung brilliert und besonders Timberlake und Mulligan bilden hier ein herrlich schräges Paar. Sehenswert ist dieser Film allemal, aber man sollte ein bisschen musikalisches Wissen im Gepäck haben.

xxbina

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