BLACK SEA CIRCLE 2013 – TEIL 07

Black Sea Circle 162-164

Tiflis ist eine riesige Stadt, mit vielen alten Gebäuden und tollen, neuen Gebäuden, viele Restaurants und Kneipen reihen sich aneinander. Hier müsste man auf jeden Fall noch mal mehr Zeit verbringen.
Die Nacht verbringen wir in einem Bett und sind sehr froh darüber. Morgens starten wir rechtzeitig Richtung Kaukasus und sind ein wenig aufgeregt, ob wirklich alles gut geht. Unsere Autos machen alle Probleme und es gibt noch ein anderes Problem:
Gerade im Grenzgebiet zwischen Georgien und Russland können Schwierigkeiten beim Grenzübertritt nicht ausgeschlossen werden. Vor der Fahrt durch die Konfliktregion Abchasien und Südostsetien wird ausdrücklich gewarnt!!! Rebellen und Bürgerkrieg.

Da müssen wir leider durch, deshalb auch unsere Teamfahrt. Wir treffen noch zwei andere Teams auf dem Weg Richtung Grenze, die sich uns anschließen. Im Großen und Ganzen heißt das: irgendwie die 5000m hoch, gut über die Grenze kommen, niemanden verlieren und vorallem die nächsten 100km nach der russischen Grenze auf keinen Fall anhalten und bloß nicht übernachten! Das ist mal eine Aufgabe! Wir sind alle ein wenig angespannt.
Leider geht es schon mit den Problemen bei der fahrt aus Tiflis raus los. Unsere Benzinpumpe streikt jetzt komplett!!! Mist, wir brauchen eine Notlösung. Unsere London-Cap-Jungs haben eine: Wir klemmen die Pumpe ab, schnallen einen Benzinkanister aufs Dach, saugen zum x-ten Mal Benzin an und es läuft. Naja, laufen ist übertrieben…
Andauernd kommt Luft in den Schlauch, wir müssen immer wieder ansaugen und verlieren dadurch auch noch ohne Ende Benzin. Aber es führt kein Weg zurück, wir müssen aus dieser Gegend raus, in Tiflis konnte uns niemand helfen und wir müssen am 16. August in Odessa sein. Wir schaffen es wirklich auf den Pass, aber dann…
Black Sea Circle 165-168

Black Sea Circle 169-171

Es ist unglaublich kalt, es ist voll ohne Ende und wir sind im Nichts, im absoluten Nichts. Und was das Schlimmste ist, die Passstraße wird gerade neu angelegt, es ist also alles eine riesige Baustelle mit Geröll und Schotter, Wasser und Schlamm. Die anderen Autos drängeln und wollen überholen, obwohl nichts vorwärts geht. Alle schreien uns an, warum wir so langsam sind. Die Straßen sind nun komplett blockiert, links und rechts tiefe Abgründe und wir hoffen nur, dass wir nicht abrutschen. Die anderen Teams sind auf jeden Fall noch in Sichtweite. Wir hoffen, dass wir es bis zum Grenzübergang noch im Hellen schaffen, hier möchte ich auf keinen Fall im Dunkeln stehen. Natürlich wird das nichts!!!! Unser Auto bleibt wieder liegen. Oh, Scheiße!!! Wir warten auf das London-Team, was uns den Rest der Passstraße hochschleppt. Das ist nun wirklich ein Anblick des Grauens. Wir sind alle schweißgebadet.
Wir kommen im Stockdunkeln an dem georgischen Grenzübergang an. Er liegt in einer tiefen Schlucht, links und rechts von uns liegen riesengroße Steinbrocken und Felsen und darunter zerstörte Grenzhäuschen. Es regnet leicht und ich denke nur, hoffentlich kommt da jetzt nichts runter. Ein sehr mulmiges Gefühl. Wir können beim Warten an der Grenze schnell noch Benzin ansaugen, sodass wir nicht über die Grenze geschleppt werden müssen. Wir kommen relativ schnell durch und müssen jetzt nur noch durchs Niemandsland und dann über die russische Grenze. Es ist hier absolut dunkel, man sieht die Hand vor Augen nicht, unsere sechs Volt Anlage bringt nichts. Komischerweise ist hier auch niemand, wir denken die ganze Zeit, gleich werden wir bestimmt überfallen.
Aber nein, wir fahren durch einen Tunnel und entgehen knapp einer Katastrophe! Ein gigantisches Schlagloch, mit den Ausmaßen eines kompletten Autos, tut sich vor uns auf. Wir weichen aus, schleudern durch den Tunnel, drehen uns und rutschen nur von rechts nach links. Es geht alles gut. Nur das Auto fährt mal wieder nicht – und das im Niemandsland. Langsam wird es anstrengend. Ich suche unsere Notfalllampe und versuche, die anderen damit zu warnen. Zum Glück ist das London-Taxi hinter uns. Sie schleppen uns wieder ab. Wir sind an der russchischen Grenze, die Nerven liegen blank, alle vier Rallye Teams sind mit den Nerven am Ende. Wir schaffen es noch mit eigener Kraft über die russchische Grenze. Doch was nun? Es ist auch auf dieser Seite der Grenze nichts beleuchtet und somit extrem dunkel, wir sind immer noch auf ca. 3000 oder 4000 m, wir sind im Rebellengebiet, alle unglaublich müde und kein Auto ist komplett fit. Wir entscheiden uns direkt auf dem Parkplatz an der Grenze zu schlafen, der einzige wahrscheinlich sichere und beleuchtete Ort. Die Nacht ist extrem kalt und wir sind alle extrem früh wach. Also fahren wir früh los, um mal wieder in eine Werkstatt zu fahren, aber vorallem schnell dieses Gebiet zu verlassen. Der Weg vom Kaukasus hinunter ist ein Albtraum, ein Unfall nach dem Nächsten. Willkommen in Russland!

Nächsten Sonntag geht es weiter

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