BLACK SEA CIRCLE 2013 – TEIL 08

Black Sea Circle 172-174

Wir verbringen fast einen ganzen Tag in der Werkstatt, aber wir haben es bis hierhin geschafft!!! Wir werden sehr nett in der Werkstatt versorgt, es gibt Melone und Eis. Wahrscheinlich wittern sie nur ein unglaublich großes Geschäft, aber uns ist das egal. Nachdem wir über unsere abenteuerliche Tank-auf-dem-Dach-Konstruktion ausgelacht wurden, läuft auch unser Auto wieder. Juhu! Wir sind zuversichtlich, dass wir es bis ins Ziel und natürlich auch bis nach Hamburg schaffen werden. Diesen Tag haben wir komplett verloren, also beschließen wir, die Nacht durchzufahren und uns dann einen schönen Tag auf der Krim in der Ukraine zu machen. Leider klappt das nicht, wir sind alle unglaublich müde, die Straßen sind der Albtraum und fordern ohne Ende unsere Konzentration und dann werden wir auch noch alle paar Kilometer an festen Polizeistationen angehalten und es wird versucht, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen – für nichts und wieder nichts. Wir bleiben hart, wir stellen uns dumm. Leider passiert dann auf einer Tankstelle unser größter Albtraum: unser mitreisendes Audi-Team hat einen Unfall mit einem russchischen Ehepaar. Oh mein Gott, das fehlt uns gerade noch, ein Autounfall in Russland. Es ist niemandem was passiert, aber wir wissen ja jetzt, dass die Polizei hier nicht so ganz dein Freund und Helfer ist.
Wir und die beiden anderen Teams schlafen erstmal ein wenig an der Tankstelle und verabreden uns mit dem Unfall-Team für die Krim und hoffen, dass auf der Wache alles gut geht. Nach ein paar Stunden Schlaf geht es weiter und wir fahren mit drei Autos Richtung Krim. Es wird langsam wärmer und und wir erreichen die Grenze und damit die Fähre zwischen Russland und der Ukraine recht früh. Leider müssen wir hier unglaublich lange warten, aber die Laune wird wieder besser, denn es geht Richtung Heimat und Ziel.
Black Sea Circle 175-177

Allerdings möchte ich euch noch kurz den aktuellen modischen Sommer-Hit der Saison Frühjahr/Sommer 2013 zeigen.
Black Sea Circle 178-179

Nachdem wir kurz darüber nachgedach haben, ob wir auch ein Neztshirt brauchen, kommen wir auf der Halbinsel Krim an. Hier geht es an der Grenze zum Glück etwas schneller, aber dafür sprüht man uns mit Pestiziden oder Insektiziden ein. Was auch immer, ich möchte es eigentlich gar nicht so genau wissen. Wir warten auf die anderen und machen uns auf den schnellsten Weg Richtung Strand. Gerade am Strand angekommen, treffen wir unser Unfall-Team, die dann doch fast eine Nacht im Gefängnis waren. Aber es ist nichts weiter passiert und es kann auch für sie weitergehen. Als erstes springen wir alle ins schwarze Meer – natürlich mit unserem Duschzeug, wir haben alle seit mindestens drei Tagen nicht mehr geduscht. Es wird Zeit!!! Der Strand ist toll, aber leider auch ein wenig voll. Wir beschließen, uns einen Campingplatz am Meer zu suchen und den guten Ausgang des Unfalls und der Kaukasusüberquerung zu feiern.
Black Sea Circle 180-183

Wir feiern lange und haben wahnsinnig viel Spass. Morgens trennen wir uns alle wieder und verabreden uns für Odessa. Das Ziel. Der Endspurt.
Wir kommen eigentlich noch recht früh in Odessa an, Doch wir finden das Ziel nicht, da wir ja kein Roadbook mehr haben!! Als wir im Dunkeln im Ziel ankommen, haben wir leider auch die Siegerehrung verpasst, aber darum ging es ja auch nicht. Es gibt eine große Party, es gibt Live-Musik, Essen und Drinks und vorallem: alle haben es bis nach Odessa geschafft. Gut, einige werden von hier nicht mehr mit ihren Autos nach Deutschland fahren können, aber wir schon und das hätte niemand gedacht. Die Nacht schlafen wir im Hotel und haben eine richtige Dusche…das ist so toll!! Nach dem Ausschlafen verabschieden wir uns von den anderen und fahren Richtung Polen nach Hause. Wir dürfen wieder Autobahnen benutzen und kommen relativ schnell vorwärts. Wir übernachten noch einmal in der Ukraine kurz vor der polnischen Grenze im Auto und genießen die Ruhe und die großartige Aussicht.
Black Sea Circle 184-186

Morgens fahren wir zeitig los und freuen uns auf Zuhause, bzw. erstmal auf Berlin um noch einmal bei einem Freund zu übernachten. Und wenn wir es nicht besser gewusst hätten, waren wir die ganze Zeit auf der:
Black Sea Circle 187

Fazit: Was man darunter versteht, habt ihr ja nun alle gelesen und was das soll? Das kann ich euch sagen: mal ein Mal richtig urlaub machen, Menschen und Länder auf eine andere Art und Weise kennenlernen. Vorallem Länder, die zu Europa oder teilweise zumindest zu Europa gehören, die eigentlich ganz nah sind, und doch irgendwie fern. Nicht in langweiligen Hotels rumsitzen und auf betonierte Pools schauen, sich selber um sein Entertainment zu kümmern und nicht auf einen Animateur warten und vorallem das Geld bei den menschen lassen, die wirklich vom Tourismus profitieren sollten – den Einheimischen. So eine Reise hilft einem seinen Weitblick zu schärfen und viele Dinge besser zu verstehen. Natürlich ist das kein urlaub im klassischen Sinn, mit erholung hat es wenig zu tun, aber die Eindrücke, die wir auf unserer Reise gemacht haben, kann uns niemand mehr nehmen und wir würden so einen Urlaub um kein Geld der welt eintauschen wollen. Wir hatten große Pläne und tolle Ziele, leider hat nicht alles geklappt, aber wir würden es immer wieder und wieder machen.
So, das war leider der letzte Teil vom Black Sea Circle 2013. Ich bedanke mich bei Rabea nochmals rechtherzlich, dass sie für stryleTZ ihre Eindrücke so detailliert und liebevoll aufgeschrieben hat und uns eine ganze Menge Fotos zur Verfügung stellt. Ich hoffe, dass sich durch diese Reise einige von euch inspiriert fühlen und sich vielleicht auch mal trauen, eine Reise abseits des Mainstream zu unternehmen. Wie man sieht, lohnt es sich.

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